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Was für ein Vater

Heute sitze ich vor diesem Post und überlege, habe einen Text angefangen und wieder gelöscht. Sitze da und weiß einfach nicht, was ich schreiben soll... Früher habe ich so viel und gerne geschrieben und hatte meistens Ideen. Und jetzt? Irgendwie ist das nicht mehr so einfach. Warum? Früher hatte ich auch so viel auf dem Herzen, was ich runter geschrieben habe. 
Schreiben, war eine Möglichkeit meine Seele weinen zu lassen. Ich hatte aber auch viele Probleme mit denen ich zu Kämpfen hatte. (Psychisch und Gesundheitlich) Seit zwei Jahren geht es mir gut. Und das ist auch schön und gut. Und ich bin dankbar dafür. Weil ich endlich das Leben so richtig genießen kann. 
Aber manchmal vermisse ich die Art wie ich damals geschrieben habe, ich kann es nicht mehr. Weil es keinen Schmerz mehr gibt über den man schreiben kann. Den man ins lächerliche ziehen kann. 
Ich habe diese alten Texte nie veröffentlicht. Aber ich finde, das sie es Wert sind veröffentlicht zu werden. Deswegen gibt es hier den ersten:


"Papa, es tut mir leid, das ich dich so ignoriere. Das ich immer wieder abhaue und nur zum schlafen zu Hause bin. Ich habe aber Spaß daran zu feiern und das Leben zu genießen. Mich zu betrinken. Meine Ausbildung ist mir fast egal, ich will damit eh nichts anfangen. Ich hab vor mir ein Tattoo zu machen mit deinem Namen, ich weiß das du es nicht gut findest. Aber das ist mir grade irgendwie egal. Da ich nicht ewig lebe, will ich ein paar Sachen probieren, die dir nicht gefallen. Ich weiß, das ich grade gegen dich rebelliere. Das ist mir auch egal. Nein, ein ganz bisschen tut es mir leid, weil ich genau weiß, das du es nicht gut findest und weil ich dich irgendwo trotzdem liebe. Eigentlich brauch ich bei so vielen Dingen deine Hilfe. Du bietest sie mir auch an, aber ich nehme sie nicht an, weil ich dich ignoriere oder es vergesse. Mich beschäftigen andere Dinge im Moment. Ich habe so viele Sorgen und Ängste. Ich höre deine Worte 'Teil sie mit mir' nicht mehr. Ich laufe immer an dir vorbei, nicke dir kurz uz und gehe weiter. Andere Menschen sind mir wichtiger als du geworden. Ich sehe dich immer da sitzen, wenn ich wieder komme. Du siehst mich einladend an. Du wartest immer darauf, das ich mich zu dir setzte. Aber ich gehe doch immer weg. Immer wenn ich im Knast saß, weil ich was verbrochen hab, hast du mich wieder rausgeholt. Und du würdest es auch weiter hin tun. Ich entschuldige mich kurz dafür. Aber du weiß, das ich es nie ernst gemeint habe. Ich habe vor Wut jemanden umgebracht und du hast mir vergeben. Du hast mich nicht rausgeschmissen, du hast mich nicht verurteilt, du hast mich nicht verlassen, du hast nicht aufgehört mich zu lieben. Du hast dem Richter sogar angeboten für mich dort zu stehen. Ich versteh das nicht, Papa! Und du weißt genau, das ich mich nicht bessern kann. Wenn andere Menschen rum stressen, weil ich noch Schulden habe. Lässt du dich sogar manchmal an meiner Stelle schlagen. Ich stehe dann nur im Schatten und schaue zu wie sie dich verprügeln. Bin ich nicht die schlimmste Tochter die man nur haben kann? Du sagst mir nur immer wieder, das du mich liebst. WARUM? Warum, verlässt du mich nicht und gibst mich nicht auf? Ich versteh es einfach nicht.Ich bin so offen und ehrlich zu dir und sage dir, das ich das Leben genieße. Das ich nichts bereue, weil ich in dem Moment Spaß hatte. Ich will mich schon entschuldigen, aber ich meins nicht wirklich ernst. Und trotzdem liebst du mich? Immer wenn ich falle bist du da. Für den Moment schätze ich es, aber der Moment vergeht. Als ich heute Abend nach hause gekommen bin, saßt du immer noch da. Sahst mich an. Ich brauche deine Hilfe. Aber ich merke, wie schwer es mir fällt sie an zu nehmen. Und ich werde wieder kommen und gehen!"

Die Liebe wird niemals vergehen [...] - 1.Ko13,8
Aber du bist ein gnädiger und barmherziger Gott. Deine Geduld ist groß, deine Liebe und Treue kennen kein Ende. - Psalm 86,15

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